Systematische Selbstüberschätzung

Wir überschätzen uns. Tagtäglich. Bei fast allem. Wir glauben, wir hätten mehr Talente als wir haben, unsere Urteile würden öfter der Wahrheit entsprechen, unsere Leistung wäre allgemein besser als sie ist. Diese systematische Selbstüberschätzung zeigt jeder Mensch in verschiedensten Lebenslagen.

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Mal wieder gab es irgendwo irgendeinen Psychologen der sich mit diesem Thema beschäftigt hat. In diesem Fall waren es Kahneman und Tversky (1979) die zeigen konnten, dass sich Versuchspersonen durch die Bank weg selbst überschätzen. Dabei sollten Fragen wie „Ist Absinth ein Schnaps oder ein wertvoller Stein?“ beantwortet und eingeschätzt werden, wie sicher sich die Versuchsperson ist. Selbst wenn sich die Teilnehmer zu 100 % sicher waren, die richtige Antwort gegeben zu haben, lagen 15 % von ihnen daneben.

Wir sind also ganz schön von uns selbst überzeugt. Und diese Einstellung ist auch nicht so leicht zu zerstören. Sogar nachdem die Teilnehmer der Studie darauf hingewiesen wurden, dass wir Menschen uns ständig überschätzen, änderten die meisten ihre Meinung nicht. Mach dir also keinen Kopf. Nur weil ich dir heute erkläre, dass du eventuell nicht so talentiert bist wie du vielleicht denkst, wirst du deine Meinung über dich nicht ändern ;)

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Glaube nicht alles, was du denkst.

Auch wenn es um unsere Unileistungen geht, überschätzen wir uns. Studenten wurden in einer Studie von Buehler et al. (1994) gefragt, wie schnell sie ein Referat schreiben können. Und typischerweise haben die Befragten geglaubt, das Referat vor dem geplanten Termin fertig stellen zu können. In Wirklichkeit brauchen wir für solche Projekte aber meist doppelt so lang wie geplant. Kommt mir irgendwie bekannt vor ;)

Lernen wir denn gar nichts dazu?

Man sollte doch meinen, dass wir aus den ständigen Fehleinschätzungen irgendetwas lernen. Aber nein, trotz dieser Erfahrung überschätzen wir uns beim nächsten mal wieder. Und wieder. Und wieder. Vollkommen lernresistent scheinen wir ständig zu meinen, wir wären was gaanz Besonderes und diesmal würden wir es wirklich hinkriegen.

Was wir aber lernen können: Unsere Treffsicherheit besser einzuschätzen. Wenn wir nach jeder Einschätzung eine Rückmeldung bekommen, ob wir richtig oder falsch lagen, werden wir nach und nach genauer sagen können, wie sicher wir uns diesmal sind. Geb die Hoffnung also nicht auf ;)

Wozu das Ganze?

Ich möchte hier niemanden vor den Kopf stoßen, weil ich behaupte wir wären alle nicht so toll wie wir denken. Jetzt also ganz schnell die gute Nachricht: in Wahrheit gehört es zum gesunden Menschsein, sich selbst zu überschätzen. Wir alle tun es und das ist auch gut so. So sind wir und so bin auch ich.

Ich glaube tatsächlich daran, dass ich mal einen tollen Job haben werde und diesen auch noch ohne große Probleme finde. Wahrscheinlich vollkommen utopisch. Aber diese kleine aber feine Selbstüberschätzung hilft mir, nicht ständig wegen dem Gedanken an eine unsichere Zukunft panisch zu werden. Und das ist gesund und gut so!

Depressive haben diese Fähigkeit übrigens verloren und, naja, sind traurig. Denn die systematische Selbstüberschätzung steigert unser Selbstbewusstsein, wir sind glücklicher und finden es leichter schwere Entscheidungen zu treffen. Es lohnt sich aber sich selbst zu belügen! Und wir tun dies ja sowieso nicht bewusst sondern ganz automatisch.

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Mein Tipp

Überschätze dich! Wenn das glücklich macht, klar warum nicht? Ehrlich gesagt hast du eh keine Wahl ;)

Ganz liebe Grüße und einen Tag voller Selbstüberschätzung wünscht dir

annka Kleine Webansicht

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